Lage im Angriffskrieg gegen
den Iran und Status der Straße von Hormus.
"Das Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran scheint zu einer Beruhigung der Lage in Westasien geführt zu haben, aber keineswegs zu einer Lösung vieler Fragen und Beendigung der durch den Angriffskrieg ausgelösten Konflikte. (...)
Militärische Lage: Der offizielle Kriegszustand ist nach dem am 17. Juni unterzeichneten „Islamabad-Memorandum“ (MoU) zwischen den USA und dem Iran in einen fragilen, vorläufig auf 60 Tage angelegten Waffenstillstand übergegangen. (...)
Straße von Hormus: Die Meerenge ist de jure geöffnet, de facto jedoch blockiert und hochgradig instabil. (...) Allerdings hat die iranische Revolutionsgarde (IRGC) am Donnerstag eine strikte Warnung herausgegeben: Schiffe dürfen die Meerenge nur auf von Teheran genehmigten Routen befahren und müssen sich per Funk anmelden.
Die neu gegründete iranische Meerengen-Behörde (Persian Gulf Strait Authority – PGSA) gab bekannt, dass Schiffe, die sich außerhalb der von Teheran festgelegten Korridore bewegen, keine Sicherheitsgarantien erhalten. (...)
Der Krieg hat die arabischen Golfstaaten (GCC) zu einer stark realistischen und diplomatischen Haltung gegenüber Teheran gezwungen. Da die Staaten (darunter Saudi-Arabien, die VAE und Katar) während der heißen Phase des Konflikts schweren iranischen Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt waren, setzen sie nun verstärkt auf Deeskalation. (...)
Streitpunkt Hormus-Gebühren: Die Beziehungen sind dennoch belastet. Während US-Präsident Donald Trump betonte, Iran verlange laut Absprache keine Durchfahrtsgebühren, wächst in den Golfstaaten die Sorge, dass Teheran im Rahmen der Neuregelung der Meerenge langfristig Kontrollen oder Zölle einführt. Die Golfstaaten lehnen ein solches iranisches Kontrollsystem strikt ab. (...)
Zieht sich Israel aus dem Libanon zurück? Nein, aktuell nicht. Das MoU sieht die Wiederherstellung der vollen Souveränität auch des Libanons vor, was den Abzug israelischer Besatzungstruppen bedingt. Die israelische Regierung und Verteidigungsminister Israel Katz haben in den letzten 24 Stunden explizit klargestellt, dass ein Truppenabzug vorerst ausgeschlossen ist. ..."






