Deutschland: Stimmung im Einzelhandel deutlich schwächer.
"Die Stimmung unter den Einzelhändlern hat sich zu Beginn der 2. Jahreshälfte verschlechtert. Das vom IFO-Institut berechnete Geschäftsklima sank laut Barometer im Juli auf -25,4 Punkte nach zuvor -19,5 Zählern.
Die Einzelhändler beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich zurückhaltender. Ihre Erwartungen für die nächsten Monate haben sich zugleich eingetrübt. Nachfolgende Grafik belegt, dass das Geschäftsklima sich auf den niedrigsten Niveaus seit Ende 2022 und Anfang 2024 bewegt.
Kommentar: Sowohl die Bundesregierung, die Bundesbank als auch die führenden Wirtschaftsinstitute setzten in ihren positiven Prognosen für das 2. Halbjahr und das kommende Jahr auf den privaten Konsum als Wachstumstreiber. Dieses Barometer muss wie eine Ernüchterung wirken. Fakt ist, dass diese genannten Sichtweisen die unterschiedlichen Sektoren der Wirtschaft isoliert betrachten. Offenbar betrachten die Verbraucher die Lage eher in der Komplexität der Wirtschaftsrealität und stimmen daraufhin ihr Konsumverhalten ab. Warum übt sich der Verbraucher nicht in verstärkter Konsumfreude? Fragen sie die Mitarbeiter bei BASF in Ludwigshafen oder bei Miele oder bei Stiebel Eltron oder Recaro! Das Bewusstsein, dass es mit Deutschland abwärts geht, dass die Arbeitsplatzsicherheit abnimmt und, dass die Regierung auf dem elementaren Feld der Wirtschaft bestenfalls unterproportionale Reaktionsmuster auf die Krise zeigt, sind für diese Lage verantwortlich. Anders ausgedrückt, Deutschland braucht massive Strukturreformen, nicht das Kosmetikstudio! Schauen wir auf Details der Umfrage: Im Juli berichteten die Einzelhändler mit Fahrrädern, Elektrotechnik und elektronischen Haushaltsgeräten sowie Drogeriemärkte von einer ungünstigen Entwicklung ihres Geschäfts. Auch der Lebensmitteleinzelhandel und die Verkäufer von Autos waren weniger zufrieden. Für das zurückliegende 2. Quartal meldeten 54,1% der Einzelhändler eine unzureichende Nachfrage. Bei 46,2% kamen zu wenige Kundinnen und Kunden in die Geschäfte.
Lassen wir Vertreter des IFO-Instituts zu Wort kommen: „Eine deutliche Belebung der Geschäfte im Einzelhandel in der zweiten Jahreshälfte wird damit unwahrscheinlicher", sagte Ifo-Experte Patrick Höppner.
Kommentar: Das ist die diplomatischste Formulierung, die hier möglich ist, ohne den professionellen Standard aufs Spiel zu setzen. Aber hilft in der aktuellen Situation das “Mundspitzen” oder muss gepfiffen werden?"
Quelle: Hellmeyer Report






