Staatsanwalt schlägt Alarm: Mehr Aggression,
mehr Impuls-Taten auf Berlins Straßen.
Der Berliner Oberstaatsanwalt Sebastian Büchner beschreibt ein deutlich raueres Klima in der Hauptstadt.
Es gebe „mehr Jähzorn und mehr Impuls-Taten auf der Straße“ – die Hemmschwelle sinke spürbar. Die Entwicklung sei über Jahre hinweg zu beobachten und betreffe immer häufiger ganz alltägliche Situationen im öffentlichen Raum.
Besonders auffällig: Eine steigende Zahl psychisch kranker Täter und eine hohe Verfügbarkeit von Drogen und Medikamenten. Laut Büchner begünstigt das impulsive Gewalt. Gleichzeitig werde Berlin für viele Menschen zum Anziehungspunkt, die bereits zuvor in schwierigen Lebenslagen waren.
Auch die Ermittlungsbehörden stehen unter Druck. Rund 560.000 Verfahren pro Jahr müssen in Berlin bearbeitet werden – viele Delikte werden priorisiert, kleinere Fälle bleiben liegen. Das führt dazu, dass gerade Alltagskriminalität oft nur verzögert verfolgt wird, obwohl sie das Sicherheitsgefühl der Bürger direkt betrifft.
Ein weiteres Problem: Waffen sind leichter zu beschaffen. Vor allem in der organisierten Kriminalität werde Gewalt zunehmend offen ausgetragen, auch mit Schusswaffen. Dadurch verschiebt sich die Wahrnehmung von Sicherheit zusätzlich, weil solche Vorfälle immer sichtbarer werden.
Ein Bericht der BERLINER ZEITUNG






