Der teuerste Stempel der Republik -
oder das notariele Gebührenrechtfertigungskarussell.
"Es gibt in Deutschland ein System, das so selbstverständlich geworden ist, dass kaum noch jemand seine Grundlogik hinterfragt.
Ein System, das Bürgern bei Immobilienkäufen, Unternehmensgründungen oder gesellschaftsrechtlichen Vorgängen regelmäßig fünfstellige Rechnungen präsentiert – für Leistungen, die oft nur wenige Stunden dauern. Dieses System heißt: Notargebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG).
Der Staat hat festgelegt, dass Notare ihre Preise nicht selbst bestimmen dürfen. Wettbewerb ist ausgeschlossen. Die Gebühren sind gesetzlich fixiert und richten sich nicht nach dem tatsächlichen Aufwand, sondern nach dem sogenannten Geschäftswert. Je höher der wirtschaftliche Wert eines Geschäfts, desto höher die Gebühr. Das klingt zunächst plausibel. Doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich ein System, das aus der Zeit gefallen ist. ..."






