Wir haben keine Krise – sondern einen schleichenden Kollaps.
„Meine große Hoffnung ist, dass ich mich irre mit diesem Text. Dass nicht ich recht habe, sondern mein Freund und Kollege Klaus Kelle.
Der hat in seinem Gastbeitrag, den ich gestern hier veröffentlicht habe, die These vertreten, dass es nur eine von vielen Krisen ist, die Deutschland aktuell durchlebt. Seine Grundbotschaft: Nicht verzagen, es wird schon wieder. (…)
Frühere Krisen kamen von außen: ein plötzlicher Ölpreisschock, eine geplatzte Spekulationsblase, ein Finanzsystem, das auf Sand gebaut war. Was wir heute erleben, ist hausgemacht. Kein Tsunami, der uns traf – sondern ein schleichendes Ersaufen im eigenen Sumpf. Politikversagen, über Jahre akkumuliert. (…)
Wir sind nicht gefallen – wir haben uns niedergelegt. Und man hat der Mehrheit eingeredet, dieses Liegen sei der neue Normalzustand, es sei genau das, was wir brauchen, was moralisch überlegen ist. Früher hätten wir versucht, aufzustehen. Heute reden wir uns das Liegen schön und klatschen denjenigen Beifall, die uns zu Fall gebracht haben. Aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Aus Sorge, jemanden zu diskriminieren.“ …“
Ein Bericht von BORIS REITSCHUSTER.






